Jemand da draußen?

Die letzten Reisen vor dem Lockdown. Eine leere Gasse irgendwo in den Ardennen. Altertümliche Laternen, die das nasse Kopfsteinflaster einer Treppe im Regen schimmern lassen, geben der Szene etwas von Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper.

Aber muss man zu Bildern immer eine Geschichte erzählen? Auf Flickr hat das Foto oben jemand in die Richtung kommentiert, dass es die Stimmung in der herbstlichen Ardennen-Stadt richtig einfange. Das hat mich unheimlich gefreut, denn darum ging es mir, die Stimmung, die Assoziationen mit Filmszenen in meinem Kopf umzusetzen.

Liège, Belgium

Erklärungen zu Bildern können die Eigenart haben, weniger Hintergründe zu erhellen als Assoziationen zu zerstören. Persönlich geht mir das so mit den fotorealistischen Parallelwelt-Gemälden von Simon Stalenhag, auf die ich erst vor kurzem durch Tales from the Loop gestoßen bin. In seinen Büchern „The Electric State“ und „Tales from the Loop“ schreibt er Texte dazu, doch das wäre gar nicht nötig gewesen. Die Atmosphäre in seinen Bildern in den Fragen und Fantasien, die sie in meinem Kopf freisetzen. Es gibt Menschen, die Erklärungen suchen, doch mir geht es oft um den Film im Kopf, umgekehrt bei Filmen sogar vorrangig oft um die Bilder, weniger die Geschichte.

Also hier, etwas verspätet, Bilder von meinen letzten nächtlichen Ausflügen in Bouillon und Lüttich. Könnte aber auch irgendwo anders sein, irgendwann. Draußen ist es sowieso leer, im April 2020. Zeit für ein paar Bilder von Leere, Regen, Verfall zu einer Zeit von Leere, Regen, Verfall. Und ein Text, den ich mir hoffentlich hätte sparen können…

Liège, Belgium

Ardennes

Cafe Dessa

Cinema, Ardennes

Ardennes

Liège

Lost Liège: Sacre-Coeur auf dem Hügel von Cointe

Sacre-Coeur, das heilige Herz, blutet. Jahrein, jahraus, und mit jedem Winter ein bisschen mehr, blutet die Basilika auf dem Hügel von Cointe Bäche aus Rost.

Der Grundstein für den Dom wurde 1928 gelegt. An der höchsten Stelle des Hügels von Cointe, der damals schon den gleichnamigen Stadtteil beherbergte, entstand der monumentale Bau als Teil eines weithin sichtbaren Mahnmals für den Krieg von 1914 bis 1918. Ein Krieg, der Belgien gezeichnet hatte wie kaum ein anderes Land in Europa. Der Architekt der Kirche, Joseph Smolderen, gehörte nicht zu den einheimischen Wallonen, sondern kam aus dem flandrischen Antwerpen.

Liège, Belgium

Smolderen, sich der Befindlichkeiten seiner französischsprachigen Landsleute vollkommen bewusst, wahrte denn auch die Fassade des Traditionalisten. Auf den ersten Blick kopierte er die Kuppelkonstruktionen berühmter Vorbilder aus Rom, Konstantinopel, Paris. Ganz Kind des Art Decó und des neuen, protzigen Stil des 20. Jahrhunderts, übersetzte er die Formensprachen der früheren Jahrhunderte in die granitstarrenden Dimensionen der 1920er und 30er Jahre. Mit einer Höhe von 60 Metern überragt die kleine Kathedrale noch heute alles in der Umgebung und beherrscht weithin sichtbar das Maastal.

Vor zehn Jahren: Das entweihte Innere

2008 war ich das erste Mal in Cointe, dem ehemaligen Bergwerkshügel. Damals schon war die Kirche entweiht. Feuchtigkeit, Risse und Gewächse wucherten auf den Mauern. Zufälligerweise waren die Türen gerade offen, obwohl ein großes Schild daran hing, das eindringlich vor dem Betreten warnte. Im Inneren trafen wir ein paar ältere Männer, die offenbar Bücherbestände für die umliegenden Flohmärkte unter der Kuppel horteten. Wir sahen uns nur kurz um, da wir ehrlich gesagt Angst hatten, eingeschlossen zu werden. Sicher hätte man die Galerien betreten können, doch die Treppe neben dem Beichtstuhl wirkte alles andere als Vertrauen erweckend. In den Wänden klafften Risse, an den Decken hatten sich bereits große Löcher im Putz gebildet, es roch nach alten Möbeln und Moder, und ich konnte nicht einmal Lichtschalter für die Aufgänge entdecken.

Lost Liège Blog

Dennoch könnten die wenigen, mit einer kleinen Lumix geknipsten Aufnahmen (ich war damals schon meiner schweren Canon 10D überdrüssig), heute fast historisch sein: Seit Jahren ist die Kirche nun dauerhaft geschlossen, ein hoher Bauzaun soll die Anlage zusätzlich vor Urbexern schützen. Der Verfall schreitet ungehindert fort. Trotz aller Diskussionen konnte sich die Stadt bislang offenbar nicht auf ein Konzept für das Gebäude einigen, nur der benachbarte Turm des Kriegsdenkmals wurde zwischenzeitlich renoviert.

Von dort strahlt nachts seit kurzem ein Scheinwerfer bis hinüber zur Montagne de Bueren. Sacre Coeur dagegen blutet weiter, und wenn nicht bald jemand einschreitet, dürfte das Ende nicht mehr fern sein.

Lost Liège Blog

Lost Liège Blog

Lost Liège Blog

Lost Liège Blog

Lost Liège Blog

Lost Liège Blog

Lost Liège Blog

Lost Liège Blog

Liège, Belgium

6 Rollen, 3 Filme, 2 Kameras für die Insel

Viel mehr als eine Leica ist die Yashica Electro 35 CC so etwas wie die geistige Großmutter der Fuji X100. Lichtstarkes 35mm-Objektiv und fest eingebauter Aperture Priority Mode (mh… Zeitenautomatik?), was eine Seltenheit unter den kompakten Festbrennweitenkameras ist und die Methode, mit der ich die X100 meist bediene.

Elba on Film

Angeblich eine eher seltene Variante der Yashica Electro-Serie aus den 1970er Jahren, scheint die CC doch auf Ebay immer wieder zu annehmbaren Preisen (unter 70 Euro) aufzutauchen. An den Stellen, an denen sich bei meiner der schwarze Lack löst, kommt gold leuchtendes Messing zum Vorschein. Patina, die dann wieder an bestimmte Leica-Modelle erinnert.

Elba on Film

Rückblende in den Mai. Mit der Yashica und der Trip 35 und so vielen Filmrollen wie seit 20 Jahren nicht mehr bei irgendeiner Reise auf Elba. Habe mir mit dieser Straßenausstattung eigentlich gar nicht viel versprochen. Aber bei all der mediterranen Schönheit um einen herum muss ich dann eben das allzu Schöne ein bisschen ausklammern, damit es nicht langweilig wird.

Das Schöne am Film aber ist für mich die Überraschung, die ich erlebe, wenn ich es endlich schaffe, die ganzen Negative und ein paar Positivstreifen (Ektachrome 100 mal wieder) am Reflecta 7200 zu scannen. Die Scans sind noch nicht perfekt, aber ich bin mir momentan noch nicht sicher, ob ich hier Perfektion will, und wie diese aussehen soll, vor allem mit einem abgelaufenen Ektachrome.

Weitere verwendete Filme: Portra 400 und Gold 200, den ich lange für einen Drogeriemarktfilm gehalten habe, aber sehr schöne, nicht übersättigte Farben liefert und vor allem günstig ist.

Elba on Film

Elba on Film

Elba on Film

Elba on Film

Elba on Film

Elba on Film

Elba on Film

Nebelland

Oberhalb von etwa 300 Metern wird das langweiligste Matschwetter auf einmal interessant. An vielen Tagen im Herbst und Winter verhält sich die moderate Höhe zum Flachland wie Herbst und Winter zum Sommer: Das Leben genießt man im Tal bei Sonne und Eis, die spannenderen Motive finde ich persönlich dort, wo es kälter, dunkler, nebliger, verschneiter ist. Dies hier sind die Wälder um den Königstuhl bei Heidelberg. Ein braunvermatschtes Land aus Nebel und Schnee, bei dem ich immer eine Kamera in der Jackentasche habe wie die Fuji X100 oder die Sony RX100 (einfach, weil ich es nicht mag, wenn eine Kamera nicht in die Jackentasche passt, schlimmstenfalls noch wie eine DSLR um den Hals baumelt). X100 (und Nachfolger) sowie RX100 (und Nachfolger) ergänzen sich perfekt: Die Fuji ist einfach für die schöneren Bilder da und kann auch Bokeeeeh ganz gut. Die Sony ist besser als jedes Smartphone und wenn Weitwinkel, Zoom, Tempo zählen – und weil man sie einfach zusätzlich einstecken kann.

Blick

In den Wald

Die Villa

Der Letzte der Großen Alten

Xperimente (keine mehr?)

So, heute geht es mal um Glaubensfragen. Allerdings eher im agnostischen Sinne, alles andere wäre auch schwer zu beantworten: Also, gebrauchte Kamera kaufen oder nicht, darum geht es. Und welche?

Abgesehen davon, dass natürlich immer das Unbehagen mitmischt, meist keine oder nur noch wenig Garantie auf ein Leben nach dem Erstbesitz zu bekommen, spielt natürlich auch eine Rolle, ob man sich wirklich einer möglicherweise veralteten Lehre, äh Technik, anvertrauen will. Denn zumindest bei den Schnäppchen wabert meist der Aspekt der drohenden Obsoleszenz wie Hades‘ Schlund am Horizont. Andererseits halte ich diese Frage gerade bei (hoffentlich) zunehmender Altersweisheit und abnehmender Lust, immer neuen, immer wertloser werdenden technischen Tand schnellstmöglich wie Formel-1-Reifen zu verbrennen, für beinahe existenziell. Schließlich ist es genau das, was sich in Analogtrends à la Vinyl und Film manifestiert.

Kap Hoorn und die Status-Quo-Depression

Leica IIIf

X100 Makromodus

Müssen wir uns wirklich immer das aktuell technisch Machbare aneignen? Brauchen tun wir es ja sowieso nicht. Ist nicht viel mehr das, was Beständigkeit atmet, uns zuverlässig dient, was wir über einen langen Zeitraum auszureizen und zu schätzen gelernt haben, was beinahe unsichtbar wird in unseren Händen, da wir es intuitiv nutzen wie eine Taschenlampe, von viel größerem Wert für uns als hektisch immer dem letzten Update hinterher zu hecheln? Müssen wir unterschwellig mitteilen: Hey, ich kann mir etwas Neues leisten und muss mich nicht mit diesem alten Schrott abgeben… was wir mit der Ausrede rechtfertigen, eine aufs Wegwerfen ausgerichtete Wirtschaft stützen zu müssen.

Wenn ich wirklich irgendwann mal einen Traum wahrmache und aussteige, um irgendwo in der Einsamkeit Neufundlands oder so zu hausen (neulich was über Kap Hoorn gesehen, sah auch nicht schlecht aus), würde ich so wenig Gadgets wie möglich in den Koffer packen. Solide Mechanik hätte in jedem Fall den Vorzug gegenüber empfindlicher Mikroelektronik, analog vor digital, einfach vor kompliziert, Haptik vor Plastik.

Zurück zur Realität: Manchmal sind es einfach die Vorgängermodelle, die verkannte oder bekannte Vorzüge genießen oder einfach nicht abgeben mussten, nur weil dem Markt Nachfolgenerationen „geschenkt“ werden, die margenkompatibler sein müssen oder einfach die ständige Updategeilheit bzw. Status-Quo-Depression lindern.

Cervo

Ja, ich glaube, trotz Neufundland, ich würde nicht auf eine Digitalkamera verzichten wollen. So eine wäre die original Fuji X100, und zwar nur das Original.

Beim Fuji X-System wird derzeit immer noch der Wechsel auf eine neue Sensorgeneration vollzogen, nach der X-Pro, X100, X-T1 und X-T10 wird bald auch die X-E2 durch einen Nachfolger mit der dritten Generation der X-Trans-Sensoren ersetzt, mit 24 MP und einigen anderen Pimps, die bestimmt nett sind, aber eher sanft evolutionär.

Muss man unbedingt haben? Vielleicht. Ich denke: Sportfotografen und alle, die richtig fett Auflösung wollen, um photoshopgestützt hauswandgroße Plakate zu erzeugen, sollten sich ohnehin woanders umschauen. Falls es beruhigt, ein Bildband oder kleinere Plakate ließen sich auch ausgezeichnet mit einer X100 und ihrem APS-C-Sensor füllen, darum soll es hier aber nicht gehen: Die X100 und die erste Generation der X-Kameras ist einfach dermaßen gut, dass sich der Blick auf den Gebrauchtmarkt nach wie vor lohnt. Vorzüge der Nachfolgeversionen X100S und X100T waren vor allem ein etwas schnellerer Autofokus und die gesteigerte Auflösung im Megapixelbereich. Allerdings ist der Autofokus bei Fuji meiner Meinung nach bis heute nicht vergleichbar mit einer DSLR oder einer Panalympus aus dem Micro Four Thirds-Land. Was auch für die Videofunktion gilt, die bei Fuji aber eh nie im Vordergrund stand.

Gaiberg, Germany

Fujifans führen gern die „eingebauten“ Filmsimulationen der Kameras an, die bei späteren Generationen etwa um das beliebte Classic Chrome erweitert wurden — ein sehr spezifischer, auf den X-Trans-Sensor zugeschnittener Farbfilter mit in der Tat recht schöner klassischer Farbanmutung. Doch Classic Chrome setzt auch das Verwenden der Fuji-JPEG-Engine voraus, was ich wirklich nicht empfehlen kann.

Zumindest bei den X-Trans II-Kameras, also etwa X100S oder X100T sowie X-E2 (die beiden letzteren habe ich über längere Zeit ausprobiert), zwingt die Kamera Bildern bei suboptimalem Licht im höheren ISO-Bereich eine derart aggressive Rauschunterdrückung auf, dass Gesichter plötzlich aussehen wie in Madame Tussaud‘s Wachsfigurenkabinett. Der Wachseffekt ist bekannt und im Internet heiß diskutiert — für eine moderne Kamera in dieser Preisklasse ist er ein Unding, das mich nach den ersten Bildern mit einer nagelneuen X100T von einer Sekunde auf die andere von einem JPEG-Anhänger in einen RAW-Fotografen verwandelt hat.

Gaiberg, Germany

Direkt aus dem Kasten oder lieber nicht?

Jpeg erschien mit immer einfacher und näher an dem Gedanken, dass ich eine Kamera ja eben kaufe wegen der Bilder, die direkt aus ihr herauskommen. Classic Chrome, also eine Art JPEG-Kodachrome oder Ektachrome aus dem Kasten war für mich tatsächlich so etwas wie ein Kaufargument. Doch bei der RAW-Entwicklung mit Lightroom oder anderen Tools, zum Beispiel dem mobilen VSCO Cam, bin ich nicht auf Classic Chrome angewiesen, sondern habe Zugriff auf unendlich viele und oft sogar viel bessere Filmsimulationen.

Gaiberg, Germany

Jpeg-Aufnahme direkt aus der X100. Alle anderen Bilder in diesem Blog wurden mit Lightroom oder VSCO Cam entwickelt.

Und wenn Jpeg aus einer X-Trans II-Kamera solch erschreckende Resultate liefert, Autofokus nur unwesentlich besser ist, 16 MP nicht so viel besser sind als 12, warum reicht dann nicht eins meiner alten Modelle ohne X-Trans II oder sogar mit klassischem Bayer-Sensor wie die X100 — ein Modell, das ich deutlich günstiger gebraucht bekomme?

Ijsbar

Der X100 und der X-Pro1 und ihrer günstigeren Schwester, der X-E1, wird nachgesagt, dass ihre Sensoren „filmischere“, „organischere“ Resultate liefern als die Nachfolger. Die X100 hat einen 12MP APS-C-Sensor mit Bayer-Muster und begründete das Feld der Rangefinder-ähnlichen Kameras im Retrostyl neu (nach der Epson R-D1), die X-Pro1 war die erste X-Kamera mit X-Trans I Sensor und 16 Megapixeln Auflösung. Das zeigt eigentlich schon, dass die beiden Kameras ziemlich unterschiedlich sein müssen, die X100 ist etwa nicht nur eine Pro-1 ohne Wechselbrennweite, stattdessen ein sehr spezielles Talent mit einem exzellenten 35mm-Äquivalent. Die X100 ist Ausdruck eines ganz anderen Sensorkonzepts, das noch eher untypisch war für den späteren Weg von Fujis X-Serie, und das deshalb meiner Meinung nach auch immer noch eine Ausnahmeerscheinung ist.

Gaiberg, Germany

Kunst statt Plastik

Meine X100, die mittlerweile weit über 100,000 Aufnahmen auf dem Buckel hat, ist für mich mehr als ein Werkzeug, das mich nie im Stich gelassen hat, ob bei Hitze, Kälte, Regen, Schnee, schlechtem Licht oder strammen Kontrasten. Trotz der Festbrennweite ist sie wunderbar universell einsetzbar, sowohl für Portraits, Street, als auch für Landschaftsaufnahmen. Der elektronische Viewfinder mag nicht mehr auf der Höhe der Zeit sein, aber näher dran am Geist einer Olympus Trip oder alten Rangefinderfinder-Kamera (wenn auch die X100 kein Rangefinder ist!) ist man eh mit dem optischen Sucher. Meine X100 ist für mich, um im Bereich des Glaubens zu bleiben, wieder sehr nach dran am “Street Zen”, an dem, was wirklich klassische Kameras ausströmen und moderner Plastikkram, tut mir leid, nun mal eben nicht. Die X100 ist ein kleines Kunstwerk fur sich. Vielleicht ist es Einbildung oder durch die samtig-satinausgelegte Box induziert, in der sie geliefert wurde, aber die original X100 fühlt sich sogar wertiger, schwerer, klassischer an als etwa die X100T. Die kam im Eierschalenkarton.

Cervo

Wenn es die original X100 noch neu gäbe, würde ich sie wieder kaufen. Nur als Vorrat für den Fall, dass die alte den Geist aufgibt. Tatsächlich habe ich es mittlerweile sogar getan, dank einer günstigen Gelegenheit. Solche Gelegenheiten gibt es mittlerweile genug auf den Gebrauchtmärkten, auch wenn die Preise für eine X100 immer noch höher sind als für Kameras aus der gleichen Zeit.

Gerne glaubte ich schließlich, dass ich die X100 auch in zehn Jahren noch benutzen werde, auch wenn ich immer noch zweifle, dass ihre Lebenserwartung auch nur annähernd an die einer alten Olympus, Rollei oder Canonet herankommt (Leica will ich hier mal lieber gar nicht erwähnen). Aber hier ging es schließlich auch um Glaubensfragen.

PS.

Ich möchte dies nicht beenden ohne wenigsten einen praktischen Tip. Die X100 wurde 2010 eingeführt, was eigentlich immer noch kein Alter sein sollte. Doch einige der früheren Exemplare, Quellen im Internet reden von zwei Prozent, litten offenbar unter einem Seriendefekt, bei dem die Blendenlamellen nicht mehr reagierten. Es gibt sogar eine Abkürzung dafür: SAB, steht fur “Sticky Aperture Blades”. Betroffen scheinen vor allem frühe Seriennummern, die mit 12A oder 13A beginnen, und einige wenige 14A. Die Seriennummer steht unten auf dem Batterie-/Speicherkartendeckel. Ich würde vor dem Kauf darauf achten, ob die Seriennummer irgendwo abgebildet oder sogar genannt ist — im Zweifel immer den Verkäufer fragen. Vielleicht wurde das Problem ja auch auf Kosten von Fujifilm behoben oder ist trotz tausender Auslösungen nie aufgetreten. Dann besteht eine gute Chance, dass auch diese X100 noch sehr lange hält.

Eine interessanten Blog mit einigen weiteren Tips zu gebrauchten X100 gibt es hier.

Cervo

Gaiberg, Germany

Dilsberg, Germany

Heidelberg, Germany

Made in Belgium

Der Titel ist eine Hommage an Harry Gruyaert, für mich immer noch ein absoluter Geheimtipp, aber vielleicht auch nur für mich, jedenfalls sind die Bilder auch alle in Belgien entstanden, ein wunderbares Land, in dem es nicht nur das beste Bier der Welt und viele andere schöne Dinge gibt, sondern auch unglaublich faszinierende Fotomotive, besonders in Städten wie Lüttich. Für mich liegt das an dem Anteil alter Architektur und an den Umgang damit — nicht immer liebevoll, ziemlich selbstverständlich, und im Endergebnis fast viktorianisch, Gothic Thriller, jedenfalls nicht so langweilig und profan wie bei uns.

Die Bilder sind 2016 in Flandern und Lüttich entstanden, mit meiner Olympus Pen-F sowie einer Fuji X100T und einer Panasonic GM5, die sich mittlerweile nicht mehr in meinem Arsenal befinden, aber sehr gute Kameras sind und demnächst hier ebenfalls ihren Platz finden werden.