Jemand da draußen?

Die letzten Reisen vor dem Lockdown. Eine leere Gasse irgendwo in den Ardennen. Altertümliche Laternen, die das nasse Kopfsteinflaster einer Treppe im Regen schimmern lassen, geben der Szene etwas von Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper.

Aber muss man zu Bildern immer eine Geschichte erzählen? Auf Flickr hat das Foto oben jemand in die Richtung kommentiert, dass es die Stimmung in der herbstlichen Ardennen-Stadt richtig einfange. Das hat mich unheimlich gefreut, denn darum ging es mir, die Stimmung, die Assoziationen mit Filmszenen in meinem Kopf umzusetzen.

Liège, Belgium

Erklärungen zu Bildern können die Eigenart haben, weniger Hintergründe zu erhellen als Assoziationen zu zerstören. Persönlich geht mir das so mit den fotorealistischen Parallelwelt-Gemälden von Simon Stalenhag, auf die ich erst vor kurzem durch Tales from the Loop gestoßen bin. In seinen Büchern „The Electric State“ und „Tales from the Loop“ schreibt er Texte dazu, doch das wäre gar nicht nötig gewesen. Die Atmosphäre in seinen Bildern in den Fragen und Fantasien, die sie in meinem Kopf freisetzen. Es gibt Menschen, die Erklärungen suchen, doch mir geht es oft um den Film im Kopf, umgekehrt bei Filmen sogar vorrangig oft um die Bilder, weniger die Geschichte.

Also hier, etwas verspätet, Bilder von meinen letzten nächtlichen Ausflügen in Bouillon und Lüttich. Könnte aber auch irgendwo anders sein, irgendwann. Draußen ist es sowieso leer, im April 2020. Zeit für ein paar Bilder von Leere, Regen, Verfall zu einer Zeit von Leere, Regen, Verfall. Und ein Text, den ich mir hoffentlich hätte sparen können…

Liège, Belgium

Ardennes

Cafe Dessa

Cinema, Ardennes

Ardennes

Liège